Arbeitsrecht: Anspruch auf ungekürzten Urlaub bei nur kurzer Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses (Urteil des BAG vom 20.10.2015)

Ist ein Arbeitsverhältnis nur für kurze Zeit unterbrochen und wird es danach mit dem gleichen Arbeitgeber fortgeführt wird, so hat der Arbeitnehmer Anspruch auf ungekürzten Vollurlaub, wenn das neue Arbeitsverhältnis nach erfüllter Wartezeit in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres endet.

Der Kläger war bei der Beklagten zunächst vom 01.01.2009 bis zum 30.06.2012 beschäftigt. Am 21.06.2012 schlossen die Parteien mit Wirkung ab dem 02.07.2012 (Montag) einen neuen Arbeitsvertrag. Das Arbeitsverhältnis endete dann aufgrund Kündigung der Beklagten am 12.10.2012.

Die Beklagte gewährte dem Kläger 2012 nur drei Tage Urlaub vertrat dazu die Auffassung, mit Beginn des neuen Arbeitsverhältnisses sei ein vom vorherigen Arbeitsverhältnis getrennt zu betrachtender Urlaubszeitraum entstanden. Der Kläger habe deshalb nur einen Teil des Jahresurlaubs erworben.

Der Kläger vertrat indes die Ansicht, ihm sei für das Jahr 2012 der volle Urlaub zu gewähren, was für ihn aufgrund der entsprechenden arbeitsvertragliche Regelung insgesamt 26 Tage Urlaub in 2012 bedeutete.

In letzter Instanz gab nun das Bundesarbeitsgericht dem Kläger Recht. Jedenfalls in den Fällen, in denen aufgrund vereinbarter Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bereits vor Beendigung des ersten Arbeitsverhältnisses feststehe, dass es nur für eine kurze Zeit unterbrochen werde, entstehe ein Anspruch auf ungekürzten Vollurlaub, wenn das zweite Arbeitsverhältnis nach erfüllter Wartezeit in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres endet.

 

Für weitere Auskünfte klicken Sie: hier